Münzen

Münzen, Coins




Herzog Ludwig Münze
- Dux Ludovicus -

Eine über 500 Jahre alte Münze des
Ludovico Sforza - Herzog von Mailand










Diese Münze ist eine Mailänder Prägung. Sie wurde von Lodovico il Moro Sforza im Jahr 1495 in Auftrag gegeben. Auf der Rückseite wird noch an seinen Neffen, Gian Galeazzo II. Maria Sforza, den kurz zuvor verstorbenen mailändischen Herzog, seinen Vorgänger, erinnert.

Ludovico Sforza war von 1494 bis 1499 Herzog von Mailand. Er ist (laut Meyers Lexikon) geboren in Vigevano am 27. Juli 1452 und gestorben in Loches am 27. Mai 1508. Er hatte 1494 vom späteren Kaiser Maximilian I. Mailand als Reichslehen erhalten. Er war bedeutender Mäzen von Leonardo da Vinci und ein ebenso bedeutender Bauherr.

1499 wurde er vertrieben von Ludwig XII von Frankreich. 1500 wurde er nach Frankreich verbracht, wo er nach acht Jahren in Haft starb.






Die Sforza - Bücher und Bilder


















Auf der oben abgebildeten Münzseite entziffere ich:
ANGIVS - DVX - MLI - (Zeichen) LVDOVICVS - M -
Hier ist offenbar Ludovico Sforza abgebildet.
DVX MLI steht für "Dux Milano".
ANGIVS können die Anfangsbuchstaben eines seiner vielen Mottos gewesen sein oder ganz schlicht das lateinische Wort für "Drachen", der das Hauptsymbol seiner Dynastie war. Die Münze wurde im Jahr 1495 erstellt. Von dieser Zeit an war Lodovico il Moro Sforza Herzog von Mailand. Bis 1495 war er Herzog von Bari.





















Hier entziffere ich: DVX - MLI - SX - (Zeichen) IOGZ - M - SF - VICECO

Hier ist Gian Galeazzo II. Maria Sforza, der erste Ehemann von "Mona Lisa", abgebildet. GIO oder IO steht für "Giovanni" oder "Gian". "VICECO" steht für "Visconti". Die Fachauskünfte auf dieser Webseite stammen überwiegend von Frau Maike Vogt-Lüerssen, Historikerin und Buchautorin in Australien.








Die Münze ist sehr wertvoll. Sie sieht in Wirklichkeit sehr gut aus. Die Rückseite ist leicht geschwärzt. Das Material ist Silber, das u. a. Spuren von Eisen enthält. Die dünnen verbliebenen Roststellen sind nur bei starker Vergrößerung zu erkennen.

Ich habe die Münze mit sanften Pflegemitteln behandelt, um den vorzüglichen Erhaltungsgrad sichtbar zu machen. Wenn Sie sehen wollen wie die Münze vorher aussah, können Sie hier klicken!

Vermutlich ist die Münze deshalb so vorzüglich erhalten, weil sie eine Art Visitenkarte des Ludovico Sforza war - und keine Geldmünze. (Meine Vermutung wurde von Frau Vogt-Lüerssen bestätigt). Er hat sie möglicherweise bei einer Adelsfamilie abgegeben. Und diese Familie mag die Münze über Generationen gehütet haben - bis sie eines Tages bei meinem in Norditalien ansässigen Schwager (oder schon bei seinen Eltern, Großeltern, Urgroßeltern ...?) gelandet ist. Deshalb ist sie naturgemäß nach über 500 Jahren noch ähnlich erhalten wie eine Umlaufmünze von heute. Ein anderer Weg der Münze ist eher unwahrscheinlich. Mein Schwager hat Münzen ohne jedes Interesse angehäuft. Reste von seinen zahlreichen Reisen hat er wohl in einen Behälter getan, wo vorher schon irgendwelche Münzen drin waren, z. B. Lombardei-Venetien, Napoleon als König von Norditalien usw.. Ich selbst habe die Münze erstmalig entdeckt, als ich mir ein paar Jahre nach seinem Tod jetzt die Mühe gemacht habe, alles zu sortieren und zu identifizieren. Mein Schwager hat jedoch Schweizer Münzsammlungen gekauft - als Anleger - nicht als Sammler. An der Echtheit der Münze gibt es keinen Zweifel. Eine weitere Münze, die mit diesem Stempel handgeschlagen worden ist, gibt es z. B. in den Niederlanden. Bei dem anderen Exemplar wurde der Stempel allerdings schräger gehalten als bei dieser Münze.

Auf ein paar Fragen an die Sforza-Expertin, Frau Maike Vogt-Lüerssen, schreibt sie:
"Gian Galeazzo II. Maria wird nicht immer mit seinen Locken dargestellt. Schauen Sie sich nur diese (und weitere) Münze(n) an! Die Darstellung hängt vom Künstler ab.

Münzen wie auch Gemälde gehören zum Propaganda-Programm jedes Herrschers des Mittelalters und der Renaissance. Lodovico il Moro Sforza hatte den rechtmäßigen Nachfolger seines Neffen Gian Galeazzo II. Maria verdrängt und sich selbst zum mailändischen Herzog erheben lassen. Wollte er wirklich seine Position festigen und seine eigenen Söhne zu seinen Nachfolgern erklären lassen, dann hatte er Propaganda sehr nötig. Da konnten nicht genug Münzen mit seinem Namen und seinem Profil und Gemälde, die seine Familie darstellten, herausgegeben werden.

Wie Lodovico il Moro Sforza dargestellt wurde, ob jung oder alt, schlank oder fett, gibt keinen Hinweis, wann eine Münze erstellt wurde. Nur die Umschrift gibt Auskunft.

Liebe Grüße aus dem heißen Adelaide, Ihre Maike Vogt-Lüerssen"
(Mail vom 25. Januar 2009)

Meine persönliche Überzeugung ist, dass diese Münze eine der ersten Prägungen war. Bei den weiteren Prägungen ist Gian Galeazzo II. Maria Sforza mit stilisierten Locken dargestellt worden. Eine Fälschung ist deshalb völlig ausgeschlossen, da ein Fälscher sich garantiert an die übliche Vorlage mit den Locken gehalten hätte. Diese seltene oder gar einzigartige Darstellung auf dieser Münze zeigt die natürlichen Haare des Gian Galeazzo II. Maria Sforza.

Weitere Prägungen von Ludovico Sforza udn Gian Galeazzo II Maria Sforza bzw. Wappen .

Hier ist noch einmal die Münze im Originalzustand





Bilder von Ludovico und Maximilian,
Bücher und interessante Links


Geschichtsbücher vom Feinsten






Dies ist eine private Website.

E-Mail: carolarost@aol.com

Carola Rost-Maskawy, Hamburg

Privatpersonen können diese Münze in nach Terminabsprache in einer Bankfiliale besichtigen. Münzhändlern in Hamburg kann ich die Münze persönlich zur Ansicht vorlegen.







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